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Centrul Civic Bukarest: Ein Erbe der kommunistischen Ära
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Der **Centrul Civic** (Bürgerzentrum) ist ein Stadtteil im Herzen von Bukarest, Rumänien, dessen Erscheinungsbild maßgeblich durch die radikalen städtebaulichen Umgestaltungen in den **1980er Jahren** geprägt wurde. Unter der Diktatur von Nicolae Ceaușescu wurde im Rahmen des "Systematisierungsplans" ein großer Teil des historischen Stadtzentrums abgerissen und neu aufgebaut, um ein monumentales Verwaltungs- und Repräsentationszentrum zu schaffen. Dieses Projekt sollte die Größe und Macht des kommunistischen Regimes demonstrieren und Bukarest in eine sozialistische Hauptstadt von Weltrang verwandeln.
Die Vision Ceaușescus: Eine neue Hauptstadt
Die Idee eines "Centrul Civic" entstand nach dem Erdbeben von 1977, das Bukarest stark beschädigte und Ceaușescu einen Vorwand lieferte, um seine ambitionierten Pläne zur Umgestaltung der Stadt zu realisieren. Er bewunderte die monumentale Architektur Nordkoreas und die breiten Boulevards von Paris und wollte diese Elemente in Bukarest vereinen.
Für die Errichtung des Centrul Civic wurden ganze historische Viertel, darunter Kirchen, Synagogen, Klöster und Zehntausende von Wohneinheiten, abgerissen. Schätzungen zufolge wurden etwa 20% des historischen Stadtkerns dem Erdboden gleichgemacht, und rund 40.000 Menschen wurden umgesiedelt. Das Herzstück dieses neuen Zentrums sollte der **Parlamentspalast** (damals "Haus des Volkes") sein, ein gigantisches Gebäude, das als zweitgrößtes Verwaltungsgebäude der Welt gilt.
Der **Bulevardul Unirii** (Unionsboulevard), der sich vom Parlamentspalast bis zur Piața Alba Iulia erstreckt, wurde als zentrale Achse des Centrul Civic konzipiert. Er sollte als Prachtstraße für Militärparaden und Massenversammlungen dienen und ist breiter als die Champs-Élysées in Paris. Entlang des Boulevards wurden imposante Wohn- und Verwaltungsgebäude errichtet, die alle im gleichen neoklassizistischen Stil gehalten sind.
Architektur und Erbe
Die Architektur des Centrul Civic ist geprägt von einer monumentalen, oft als protzig empfundenen Ästhetik. Die Gebäude sind meist mit Marmor verkleidet und zeichnen sich durch große, wiederholende Fassaden und eine strenge Symmetrie aus. Obwohl das Projekt die Stadt tiefgreifend veränderte und viele historische Schätze zerstörte, ist es heute ein unverwechselbarer Teil des Bukarester Stadtbildes und ein Zeugnis einer vergangenen Ära.
Heute beherbergen die Gebäude des Centrul Civic weiterhin wichtige staatliche Institutionen, Ministerien und private Unternehmen. Die breiten Boulevards und Plätze werden gelegentlich für öffentliche Veranstaltungen und Feierlichkeiten genutzt, auch wenn die ursprüngliche Propaganda-Funktion längst verblasst ist. Der Centrul Civic bleibt ein umstrittenes Erbe, das sowohl Bewunderung für seine schiere Größe als auch Kritik für die mit seinem Bau verbundenen Zerstörungen hervorruft. Ein Besuch ermöglicht einen Einblick in die jüngere Geschichte Rumäniens und die Vision eines Diktators.