Vlad Tepes ( Dracula )

 

Vlad III. (* um 1431 wahrscheinlich in Schäßburg (rumänisch Sighisoara); † Jahreswende 1476/1477 bei Bukarest) war 1448, 1456–1462 und 1476 Woiwode des Fürstentums Walachei. Gemäß der These, die unter Historikern die größte Akzeptanz gefunden hat, leitet sich sein Beiname – Draculea (deutsch „Der Sohn des Drachen“ von lateinisch draco - „Drache“) – von der Mitgliedschaft seines Vaters Vlad II. Dracul im Drachenorden des Sigismund von Luxemburg ab. Der Drache wurde auch im Woiwodensiegel geführt.Dieser Beiname wurde bisweilen auch als „Sohn des Teufels“ verstanden, da das rumänische Wort drac Teufel bedeutet.Seine historische Bekanntheit erlangte Vlad III. zum einen durch seinen Widerstand gegen das Osmanische Reich und dessen Expansion auf dem Balkan, und zum anderen wegen seiner Vorliebe für Hinrichtungen durch Pfählung, weswegen ihm postum ein weiterer Beiname tepes (deutsch „Der Pfähler“) – gegeben wurde.Die ursprünglich politisch motivierten Geschichten und Mythen über vermeintliche Gräueltaten des Woiwoden fanden während des 15. und 16. Jahrhunderts besonders im deutschen und russischen Raum weite Verbreitung. Bei der Schaffung der Romanfigur Dracula soll Bram Stoker durch Vlad III. inspiriert worden sein. 

Insignien des Drachenordens 

Porträt Sultan Mehmeds II. von Gentile Bellini

Es gibt Hinweise, dass Vlad III. im transsilvanischen Sighisoara des damaligen Königreichs Ungarn um das Jahr 1431 als zweiter Sohn des Vlad II. Dracul und der Prinzessin Cneajna aus dem Fürstentum Moldau geboren wurde. Er hatte zwei Brüder, Mircea II. und Radu cel Frumos (deutsch Radu der Schöne).Die Bojaren der Walachei unterstützten das Osmanische Reich und setzten in der Folge Vlad II. als Woiwoden des Fürstentums wieder ab, welcher darauf mit seiner Familie in seinem Siebenbürgischen Exil lebte. Im Jahr der Geburt Vlads III. hielt sich sein Vater in Nürnberg auf, wo dieser in den Drachenorden aufgenommen wurde. Im Alter von fünf Jahren soll auch Vlad III. in den Orden eingeführt worden sein.Geisel des Osmanischen Reiches .Sowohl das Königreich Ungarn als auch der osmanische Sultan Murad II. übten beträchtlichen Druck auf Vlad II. aus. Seit den 1430er Jahren waren die Grenzregionen des Königreichs Ungarn und der halbautonomen Walachei von türkischer Invasion bedroht. Vlad Dracul unterwarf sich schließlich dem Sultan als Vasall und überließ ihm seine beiden jüngeren Söhne Vlad und Radu als Faustpfand, die unter anderem in der Festung Egrigöz festgehalten wurden.Die Jahre als türkische Geisel formten die Persönlichkeit Vlads III. so soll er während der Geiselhaft des öfteren wegen seines dickköpfigen und störrischen Verhaltens ausgepeitscht worden sein und eine starke Abneigung gegen seinen Halbbruder Radu und den späteren Sultan Mehmed II. entwickelt haben. Auch dürfte fortan das Verhältnis zu seinem Vater gestört gewesen sein, da dieser ihn als Faustpfand benutzt und durch sein Handeln den Eid auf den Drachenorden gebrochen hatte, der ihn verpflichtete, Widerstand gegen die Türken zu leisten.

Kurze Herrschaft, Exil, und erneute Machtübernahme

Im Dezember 1447 verübten rebellierende Bojaren in den Sümpfen in der Nähe von Balteni ein tödliches Attentat auf Vlad II. Hinter dem Attentat stand angeblich der ungarische Regent Johann Hunyadi (Reichsverweser von 1446 bis 1453). Vlads III. älterer Bruder Mircea wurde zuvor von seinen politischen Widersachern in Târgoviste mit glühenden Eisenstangen geblendet und darauf lebendig begraben. Die Türken marschierten zur Sicherung ihrer politischen Macht in die Walachei ein, stürzten Vladislav II. aus dem Danesti-Clan, und setzten Vlad III. als Führer einer Marionettenregierung auf den Thron. Seine Herrschaft war nur kurz, da Johann Hunyadi in die Walachei einmarschierte und Vlad III. im selben Jahr absetzte. Dieser floh in das Fürstentum Moldau und verblieb dort bis zum Oktober 1451 unter dem Schutz seines Onkels Bogdan II.Petru Aron verübte 1451 ein tödliches Attentat auf Bogdan II. und folgte ihm als Petru III. auf dem Thron des Fürstentums Moldau. Vlad III. wagte die riskante Flucht nach Ungarn, wo Johann Hunyadi sich von Vlads detaillierten Kenntnissen über die türkische Mentalität und die Strukturen innerhalb des Osmanischen Reiches sowie seinem Hass auf den neuen Sultan Mehmed II. beeindruckt zeigte. Vlad wurde begnadigt und zum Berater Hunyadis erhoben, und entwickelte sich mit der Zeit zum von Ungarn bevorzugten Aspiranten auf den walachischen Thron. 1456 zog Hunyadi gegen die Türken in Serbien, und gleichzeitig marschierte Vlad III. mit eigenen Truppen in die Walachei ein. Beide Feldzüge waren erfolgreich, allerdings verstarb Hunyadi an der Pest. Vlad herrschte nun zum zweiten Mal in seinem Heimatland.Hauptregierungszeit (1456–1462) .Nach 1456 verbrachte Vlad die meiste Zeit am Hof von Târgoviste, gelegentlich auch in anderen Städten wie Bukarest. Dort beschäftigte er sich mit Gesetzesvorlagen, empfing ausländische Gesandte oder saß gerichtlichen Verfahren vor. An Feiertagen und bei Volksfesten hatte er öffentliche Auftritte und unternahm Ausflüge in die ausgedehnten prinzlichen Jagdgründe. Er nahm einige bauliche Veränderungen an dem Palast in Târgoviste vor, von denen der Chindia Turm heute noch zeugt. Er verstärkte einige Burgen, wie beispielsweise die Burg Poenari, in deren Nähe er auch eine Privatresidenz bauen ließ.In den frühen Jahren seiner Herrschaft eliminierte Vlad zur Festigung seiner Macht rivalisierende bojarische Adelige oder beschränkte ihren wirtschaftlichen Einfluss. Die sich traditionell in der Hand führender Bojaren befindlichen Schlüsselpositionen der Ratsversammlung wurden meist durch unbedeutende oder ausländische Getreue Vlads besetzt. Auch weniger bedeutsame Positionen blieben den alteingesessenen Bojaren nun verwehrt und mit zu Rittern geschlagenen freien Bauern besetzt. 1459 ließ Vlad abtrünnige bojarische Adlige und Kleriker festsetzen; die älteren wurden gepfählt und ihr Hab und Gut im Volk verteilt, die übrigen wurden gezwungen, ca. 80 km nach Poienari zu marschieren, um die am Fluss Arges gelegene Burg Poenari neu zu errichten.Der walachische Adel hatte gute politische und wirtschaftliche Beziehungen zu den Städten der autonomen Region Siebenbürgen und den dort lebenden Siebenbürger Sachsen unterhalten. Weiterhin hatte sich Vlad in einem 1456 mit dem ungarischen König Ladislaus Postumus geschlossenen Vertrag zu Tributzahlungen verpflichtet, wofür ihm im Gegenzug die Unterstützung der sächsischen Siedler im Kampf gegen die Türken zugesichert wurde. Vlad verweigerte diesen Tribut wegen angeblich nicht erfüllter Pflichten, und in der Folge erhoben sich die von Ungarn unterstützten siebenbürgischen Städte. Vlad widerrief ihre Handelsprivilegien und führte Überfälle auf die Städte durch, während derer er 1459 zahlreiche Händler aus Kronstadt (heute Brasov) pfählen und etwa 300 von ihnen verbrennen ließ.Nach der 1436 endenden Herrschaft von Alexandru I. Aldea hatte sich die Linie der Familie Basarab in die Danesti und die Draculesti geteilt, die beide Anspruch auf den Thron erhoben. Einige der Überfälle Vlads auf Siebenbürgen dienten der Ergreifung von Thronaspiranten aus der Danesti-Familie. Mehrfach starben Danesti durch Vlads eigene Hand, so auch sein Vorgänger Vladislav II. kurz nach der Machtübernahme von 1456. Ein anderer Danesti wurde der Teilnahme an der Lebendbegrabung von Vlads Bruders Mircea bezichtigt und soll vor seiner Exekution gezwungen worden sein, kniend vor seinem eigenen Grab seinen eigenen Nekrolog zu halten. Tausende von Siebenbürgern sollen als Strafe für das Gewähren von Unterschlupf für Gegner Vlads gepfählt worden sein.Nach dem Tod von Vlads Großvater Mircea cel Batrân (deutsch Mircea der Ältere) 1418 herrschten in der Walachei zeitweise „anarchische“ Zustände. Der andauernde Kriegszustand hatte zu steigender Kriminalität, fallender landwirtschaftlicher Produktion und starker Beeinträchtigung des Handels geführt. Vlad setzte zur Wiederherstellung der Ordnung auf harte Maßnahmen, da in seinen Augen nur ein ökonomisch stabiles Land eine Aussicht auf Erfolg gegen seine außenpolitischen Feinde hatte.Vlad hatte während seiner Zeit als türkische Geisel das Pfählen kennengelernt, was auch in Europa zur Hinrichtung von Feinden und Kriminellen bekannt war. Vor den Städten verwesten oft die toten Körper auf ihren Pfählen als Abschreckung gegen Diebe, Lügner und Mörder. Walachischen Überlieferungen zufolge sollen Verbrechen und Korruption durch Vlads Strenge schon bald nach seinem Regierungsantritt weitgehend verschwunden sein, und Handel und Kultur wieder floriert haben. Viele Untertanen verehrten Vlad für sein unerbittliches Beharren auf Recht, Ehrlichkeit und Ordnung. Er war auch als großzügiger Förderer von Kirchen und Klöstern bekannt, wie zum Beispiel im Fall des Klosters Snagov, wo er vermutlich auch begraben wurde.

Vlads „Kreuzzug“.

Vlad III. Draculea empfängt türkische Gesandte, phantasievolles Historiengemälde von Theodor Aman (1831–1891)

Nach dem Fall Konstantinopels 1453 fasste Sultan Mehmed II. weitere Feldzüge ins Auge. Das griechische Kaiserreich Trapezunt in Anatolien widerstand noch immer dem Osmanischen Reich, und im Osten bedrohte Uzun Hasan, Herrscher des turkmenischen Reichs der Weißen Hammel zusammen mit anderen kleineren Staaten die Hohe Pforte. Im Westen herrschte unter Fürst Skanderbeg Unruhe in Albanien, und Bosnien zahlte die geforderten Tribute zeitweise nur zögerlich. Die Walachei kontrollierte ihre Seite der Donau. Für Mehmed war der Fluss von strategischer Wichtigkeit, da die Gegenseite über ihn Truppen aus dem Heiligen Römischen Reich einschiffen konnte.Am 14. Januar 1460 rief Papst Pius II. einen erneuten Kreuzzug gegen die Osmanen aus, der drei Jahre dauern sollte. Jedoch konnte nur Vlad als einziger europäischer Führer für diesen Plan begeistert werden Mehmed nutzte die abendländische Unentschlossenheit zur Offensive und nahm mit Smederevo die letzte unabhängige serbische Stadt ein. 1461 bewegte er das griechische Despotat Morea und bald darauf auch die Hauptstadt Mistra sowie Korinth zur kampflosen Aufgabe.Vlads einziger Verbündeter Mihály Szilágyi, ein Schwager Hunyadis, geriet 1460 in Bulgarien in türkische Gefangenschaft; seine Gefolgschaft wurde zu Tode gefoltert. Vlad ging 1460 erneut ein Bündnis mit dem neuen ungarischen König Matthias Corvinus ein.Gesandte Mehmeds verlangten die Begleichung der seit 1459 ausstehenden Tribute in Höhe von 10.000 Dukaten und eine Knabenlese von 500 Jungen, die zu Janitscharen ausgebildet werden sollten. Anstatt der Forderung nachzukommen ließ Vlad die Gesandtschaft umbringen. Weitere Türken wurden auf walachischem Territorium nach der Überquerung der Donau aufgegriffen und gepfählt. Mit einem Brief vom 10. September 1460 warnte er die Siebenbürger Sachsen in Kronstadt vor Mehmeds Invasionsplänen und warb um deren Unterstützung.1461 lud Mehmed den Prinzen zu Verhandlungen über den andauernden Konflikt nach Konstantinopel ein. Ende November 1461 schrieb Vlad an Mehmed, dass in seiner Abwesenheit von Ungarn die Gefahr eines militärischen Schlages gegen die Walachei ausgehen würde, weswegen er sein Land nicht verlassen könne, und dass er den Tribut wegen der Kosten des Krieges gegen Siebenbürgen vorerst nicht aufbringen könne. Er versprach Zahlungen in Gold und stellte zu gegebener Zeit einen Besuch in Konstantinopel in Aussicht. Der Sultan sollte ihm für die Zeit seiner Abwesenheit einen Pasha als Stellvertreter zur Verfügung stellen.In der Zwischenzeit waren Details über Vlads Bündnis mit Ungarn zu Mehmed durchgesickert. Mehmed sandte Hamza Pascha von Nikopolis auf eine diplomatische Mission zu Vlad, allerdings mit dem Befehl, Vlad dabei zu ergreifen und nach Konstantinopel zu bringen.Vlad erhielt von diesen Plänen frühzeitig Kenntnis. Der von einer 1.000 Mann starken Kavallerieeinheit begleitete Hamza musste zur Anreise durch eine enge Schlucht bei Giurgiu ziehen, in der Vlad zu einem Überraschungsangriff aus dem Hinterhalt ansetzte. Die Walachen vernichteten die türkische Streitmacht, wobei sie angeblich auch Handrohre zum Einsatz brachten. Vlad soll auf diese Weise als erster europäische Kreuzfahrer „auf tödliche und artistische Art und Weise“ Schwarzpulver zum Einsatz gebracht haben. Nach diesem Angriff rückten Vlad und seine Kavalleristen in türkischer Verkleidung bis zur Festung bei Giurgiu vor, wo Vlad den Wächtern in türkischer Sprache befahl, die Tore zu öffnen. Durch diese List gelangten Vlads Truppen in das Innere der Festung, die bei den folgenden Kampfhandlungen zerstört wurde.In seinem nächsten Schritt überquerte Vlad mit seiner Armee die gefrorene Donau und fiel in Bulgarien ein. Hier teilte Vlad seine Armee in mehrere kleinere Einheiten und verwüstete innerhalb von zwei Wochen große Teile des Gebietes zwischen Serbien und dem Schwarzen Meer, wodurch die Versorgung der osmanischen Armee erschwert werden sollte.Vlad informierte den ungarischen König Matthias Corvinus in einem detaillierten Brief vom 11. Februar 1462 darüber, dass von seinen Truppen während des Feldzuges 23.883 Türken und muslimische Bulgaren getötet worden seien, nicht eingerechnet jene, die in ihren Häusern verbrannt seien. Bulgarische Christen seien hingegen verschont worden; viele von ihnen hätten sich darauf in der Walachei angesiedelt. Angesichts dieses Erfolges forderte Vlad den ungarischen König auf, nun mit seinen Truppen zu ihm zu stoßen, um gemeinsam die Türken zu bekämpfen.Mehmed erfuhr von Vlads Feldzug während seiner Belagerung von Korinth und detachierte daraufhin eine 18.000 Mann starke Armee unter dem Kommando seines Großwesirs Mahmud zum walachischen Hafen Braila, mit dem Auftrag diesen zu zerstören. Vlads Armee griff die türkischen Truppen an und dezimierte sie bis auf 8.000 Mann.Diese militärischen Erfolge Vlads wurden von den Siebenbürger Sachsen, den italienischen Staaten und dem Papst gleichermaßen freudig aufgenommen.Mehmed brach nach diesem weiteren Misserfolg seiner Truppen nun die Belagerung vor Korinth ab, um Vlad selbst zu stellen.

Kriegsvorbereitungen

Sultan Mehmed schickte Gesandte in alle Himmelsrichtungen aus, um eine Armee zusammenzustellen, die ähnlich groß und schwer bewaffnet war wie diejenige, die er bei der Belagerung von Konstantinopel eingesetzt hatte.Schätzungen schwanken je nach Quelle zwischen 90.000. 150.000. 250.000. 300.000. und 400.000 Mann. 1462 setzte sich Mehmed mit dieser Armee von Konstantinopel in Richtung Walachei in Bewegung, mit dem Ziel, diese für das Osmanische Reich zu annektieren. Vlads Halbbruder Radu erwies sich als willfähriger Diener des Sultans und kommandierte 4.000 Reiter. Zusätzlich führten die Türken 120 Kanonen, Ingenieure und Arbeiter zum Straßen- und Brückenbau, islamische Geistliche wie Ulemas und Muezzine sowie Astrologen mit sich, die an Entscheidungen beteiligt waren.Der byzantinische Geschichtsschreiber Laonikos Chalko(ko)ndyles (auch: Chalco(co)ndyles) berichtete, dass den Donauschiffern 300.000 Goldstücke für den Transport der Armee gezahlt wurden. Zusätzlich benutzten die Osmanen eine eigene Flotte von 25 Triremen und 150 kleineren Schiffen zum Transport der Armee, ihrer Ausrüstung und Verpflegung.Walachische Seite .Vlad forderte die Unterstützung des ungarischen Königs Matthias Corvinus. Im Gegenzug bot er an, vom orthodoxen zum katholischen Glauben zu konvertieren. Als Antwort erhielt er allerdings nur vage Versprechungen und sah sich zu einer Generalmobilmachung genötigt, die nicht nur Männer im wehrfähigen Alter umfasste, sondern auch Frauen, Kinder ab 12 Jahren sowie ein aus Roma bestehendes Sklavenaufgebot.Verschiedene Quellen nennen für seine Streitkraft eine Zahlenstärke zwischen 22.000 und 30.900 Mann.Einem Brief von Leonardo III. Tocco, Fürst des Despotats Epirus von 1448 bis 1479 zufolge, war die türkische Armee 400.000, und die walachische Armee 200.000 Mann stark. Diese Angabe scheint allerdings überhöht. Vlads Armee bestand mehrheitlich aus Bauern und Hirten, und nur wenigen Reitern, die mit Lanzen, Schwertern, Dolchen, und Kettenhemden ausgerüstet waren. Vlads persönliche Garde bestand aus Söldnern verschiedenster Herkunft, darunter „Zigeuner“. Vor den Auseinandersetzungen soll Vlad seinen Männern in einer Ansprache gesagt haben, dass „wer an den Tod denkt, ihm besser nicht folgen solle.

Kampfhandlungen

Die Türken versuchten zuerst, in Widin auszuschiffen, wurden aber durch auf sie einhagelnde Pfeile zurückgedrängt. In der Nacht des 4. Juni gelang es den Türken aber ein großes Kontingent der Janitscharen bei Turnu Severin auf der walachischen Seite der Donau anzulanden. Der in Serbien geborene Janitschare Konstantin aus Ostrovitza beschreibt die nun folgenden Ereignisse in seinen Memoiren eines Janitscharen.Als die Nacht angebrochen war, setzten wir uns in die Schiffe und ließen uns schnell flußabwärts treiben, so daß weder Ruderschlag noch Menschenstimme zu hören war. Wir erreichten das andere Ufer etwa 100 Schritt unterhalb der Stelle, wo ihr Heer lag. Dort schlossen wir uns mit Graben und Wall ein, brachten die Geschütze in Stellung, umgaben uns ringsum mit Schilden und pflanzten Spieße um uns herum auf, damit uns die [feindliche] Reiterei nichts anhaben konnte. Danach fuhren die Schiffe wieder auf die andere Seite und setzten alle Janitscharen zu uns über.Wir stellten uns in Schlachtordnung auf und rückten langsam … gegen das feindliche Heer vor. Als wir auf ziemliche Nähe herangekommen waren, hielten wir an und stellten die Geschütze auf. Aber bis es dazu kam, hatten sie uns schon 250 Janitscharen mit ihren Geschützen getötet. Als wir sahen, daß so viele von uns umkamen, machten wir uns schnell (schuß)bereit, und da wir 120 Haubitzen hatten, gaben wir sogleich mehrmals Feuer, und es gelang uns, [ihr ganzes Heer vom Platze zu treiben.Da setzte der Sultan selbst mit seiner ganzen Streitmacht zu uns über und gab uns 30.000 Goldstücke, die wir unter uns verteilten.Vlad, der das Übersetzen des osmanischen Heeres nicht hatte verhindern können, zog sich nun ins Landesinnere zurück, wobei er nur verbrannte Erde hinterließ. Um die ihn verfolgende osmanische Armee zu behindern, ließ Vlad mit Hölzern und Gestrüpp abgedeckte Fallgruben ausheben und Gewässer vergiften, kleinere Flüsse umleiten und auf diese Weise weite Landstriche in Sümpfe verwandeln. Die Bevölkerung wurde samt der Viehherden in die Berge evakuiert, sodass Mehmed sieben Tage lang vorwärts zog ohne Mensch oder Tier anzutreffen oder Proviant aufnehmen zu können, was für eine erhebliche Ermattung und Demoralisierung seiner Armee sorgte.Während dieser Zeit beunruhigten Vlad und seine Kavallerie die vordringenden Türken aber durch permanente, meist überfallartig aus Hinterhalten durchgeführte Attacken. Der Woiwode schickte den Quellen zufolge auch Lepra-, Tuberkulose- und Pestkranke ins Feldlager der Türken, damit sie sich mit diesen Krankheiten infizierten. Die Pest breitete sich tatsächlich in der osmanischen Armee aus. Die türkische Flotte führte einige kleinere Attacken auf Braila und Chilia durch, ohne jedoch größeren Schaden anzurichten zu können, da Vlad die meisten bedeutenden Häfen in Bulgarien schon selbst zerstört hatte. Chalcondyles schrieb, dass der Sultan einem gefangenen walachischen Soldaten Geld für Informationen angeboten hatte, welche dieser auch nach Androhung von Folter nicht preisgeben wollte. Mehmed lobte den Soldaten und stellte fest: „Wenn Dein Herr mehr Soldaten wie Dich hätte, könnte er in kurzer Zeit die Welt erobern.Die Türken setzten ihren Vormarsch bis Târgoviste fort, wobei es ihnen nicht gelang die Festung Bukarest und die befestigte Insel Snagov einzunehmen.

 

Vlads nächtlicher Angriff auf das türkische Hauptlager

Am 17. Juni führte Vlad mit 24.000 (andere Quellen sprechen von 7.000 bis 10.000) Reitern seiner Truppen einen nächtlichen Angriff auf das türkische Lager südlich von Bukarest durch. Chalcondyles berichtet, dass sich Vlad vor der Schlacht als Türke verkleidet Zugang zum feindlichen Lager verschafft hatte und so die Lage sowie das Zelt des Sultans ausspähen konnte. Nicolaus Machinensis, Bischof von Modruš und päpstlicher Gesandter am ungarischen Königshof, beschrieb die Ereignisse wie folgt:„Der Sultan belagerte Vlad am Fuße eines Hügels, der den Walachen aufgrund ihrer Position auf dem Hügel zum Vorteil gereichte. Tepes hatte sich mit seinen 24.000 willig folgenden Truppen dort verschanzt. Als Tepes erkannte, dass er entweder an Hunger verenden oder in die Hände eines grausamen Feindes fallen würde und dass beide Umstände für einen Krieger unwürdig waren, rief er seine Männer zusammen und erklärte ihnen die Situation und konnte diese so leicht dazu bewegen, das feindliche Lager anzugreifen. Er teilte seine Truppen in Gruppen auf, in denen sie entweder auf dem Schlachtfeld mit Ruhm und Ehre sterben würden oder aber, sollte die Fügung ihnen gewogen sein, sich an den Feinden auf vorzügliche Art und Weise rächen würden.„Er benutzte einige türkische Gefangene, die unkluger Weise in der Dämmerung umherspaziert waren und dabei ergriffen wurden, um bei Einbruch der Nacht mit einem Teil seiner Truppen in das osmanische Lager einzudringen. Während dieser Nacht eilte er blitzschnell in alle Richtungen und metzelte seine Feinde hernieder. Wäre der andere walachische Kommandant, dem die verbleibenden Truppen anvertraut waren, ähnlich unerschrocken gewesen oder hätten die Türken nicht die wiederholten Befehle des Sultans, ihre Posten nicht zu verlassen, auf das vollste befolgt, dann hätte der Walache unzweifelhaft den großartigsten und höchst glanzvollsten Sieg davongetragen.Aber der andere Kommandant (ein Bojare namens Gales) wagte es nicht, wie vereinbart das Lager von der anderen Seite aus anzugreifen. Tepes richtete ein unglaubliches Massaker an, ohne dabei viele seiner Männer in dieser bedeutenden Begegnung zu verlieren, jedoch wurden viele verwundet. Er verließ das feindliche Lager vor Tagesanbruch und kehrte auf den Hügel zurück, von dem er gekommen war. Niemand wagte es, ihn zu verfolgen, da er einen solchen Aufruhr und Terror verbreitet hatte. Ich erfuhr durch Befragung derjenigen, die an der Schlacht teilgenommen hatten, dass der Sultan jegliche Zuversicht in die Situation verloren hatte. In dieser Nacht hatte er das Lager aufgegeben und war schändlich von dort geflohen. Er wäre auch noch weiter fortgelaufen, wäre er nicht von seinen Freunden gemaßregelt und zurückgebracht worden, fast gegen seinen Willen.Die Angriff begann drei Stunden nach Sonnenuntergang und dauerte bis vier Uhr am nächsten Morgen.Im türkischen Lager hatte der Angriff für große Verwirrung gesorgt. Hornisten sollen zum Angriff geblasen haben, das Schlachtfeld sei von Fackeln erleuchtet gewesen, und die Walachen sollen mehrere Angriffe hintereinander gestartet haben.Über den Erfolg dieses Angriffs sind die Quellen uneins, die einen sprechen von großen, andere nur von geringen türkischen Verlusten. Durch die walachische Attacke verlor die osmanische Armee allerdings viele Pferde und Kamele. Einige Chroniken machen den Bojaren Gales für das Scheitern der walachischen Operation verantwortlich. Dieser hatte mit einer zweiten Armee einen zeitgleichen Angriff angeführt, soll jedoch „nicht mutig genug“ gewesen sein um „die erwartete Verheerung unter den Feinden“ herbeizuführen.Vlad selbst wandte sich mit Teilen seiner Kavallerie in Richtung des Zelts, in dem der Sultan vermutet wurde. Es stellte sich allerdings heraus, dass es das Zelt der Großwesire Ishak Pasha und Mahmud Pasha war. Die Janitscharen unter dem Kommando von Mihaloglu Ali Bey verfolgten schließlich die abziehenden Walachen und töteten 1.000 bis 2.000 von ihnen. Der Schilderung des Chronisten Domenico Balbi zufolge betrugen die Verluste auf der walachischen Seite insgesamt 5.000 Mann, und 15.000 Mann auf der osmanischen Seite.Trotz der geringen Kampfmoral unter den Türken entschloss sich Mehmed, die Hauptstadt zu belagern. Allerdings fand er bei der Ankunft die Stadt verlassen vor. Chronisten zufolge fanden die Türken einem „wahren Wald mit Gepfählten“ vor. Eine halbe Stunde lang soll die osmanische Armee an etwa 20.000 gepfählten türkischen Gefangenen und bulgarischen Muslimen vorbeigezogen sein. Unter diesen befand sich auch der verwesende Leichnam von Hamza Pascha, der auf dem am höchsten stehenden Holzpflock gepfählt worden war, was seine ranghohe Stellung symbolisieren sollte. Andere Quellen wiederum berichten, dass die Stadt von Soldaten verteidigt wurde und dass gepfählte Körper außerhalb der Stadtmauern in einem Umkreis von 60 Meilen verstreut lagen.Chalcondyles schrieb über die Reaktion des Sultans: Der Imperator war so überwältigt von dem Bild, welches sich ihm bot, und stellte fest, dass er dieses Land nicht von dem Mann nehmen könne, der solche Dinge bewerkstelligen und die Herrschaft über seine Untertanen derart ausschöpfen konnte. Ein Mann, der dieses bewerkstelligt hatte, sei sicherlich zu Größerem berufen.Mehmed befahl das Ausheben eines tiefen Grabens um das türkische Lager, um ein Eindringen der Walachen zu verhindern. Am folgenden Tag, dem 22. Juni, begannen die Türken mit dem Rückzug.Am 29. Juni erreichten die osmanischen Truppen die Stadt Braila und brannten diese nieder. Danach verließen sie das Land mit ihren Schiffen Richtung Adrianopel, wo sie am 11. Juli eintrafen. Einen Tag später wurden Feierlichkeiten zum Anlass des großen Sieges über Vlad abgehalten. Die Türken hatten viele der Einwohner des Kriegsgebietes versklavt und diese zusammen mit 200.000 Rindern und Pferden Richtung Süden verbracht.Unterdessen hatte Vlads Cousin ?tefan cel Mare, der Herrscher des Fürstentums Moldau, versucht Akkerman und Chilia einzunehmen. Im Zuge seines Angriffs auf Chilia eilten jedoch 7.000 Walachen zur erfolgreichen Verteidigung der Stadt herbei, wobei Stefan cel Mare durch Artilleriefeuer am Fuß verwundet wurde.

Folgen

Zwar hatte sich Vlad gegen den übermächtigen türkischen Feind behauptet, allerdings war der Preis dieses militärischen „Erfolgs“ ein weitgehend verwüstetes Land. Zudem war allen das politische Geschehen Beobachtenden klar, dass der Sultan diese neuerliche Schmach nicht hinnehmen und ein weiterer Feldzug gegen die Walachei nur eine Frage der Zeit sein würde. In dieser Situation fiel es Vlads Halbbruder Radu, der zum Islam konvertiert war, nicht schwer, die walachischen Adeligen, von denen sich Vlad ohnehin schon weitgehend entfremdet hatte, von den Vorteilen einer Unterwerfung und Tributzahlungen an den Sultan zu überzeugen und sie so auf seine Seite zu ziehen. Im August 1462 wurden zwischen Radu und der Pforte Vereinbarungen über einen Machtwechsel in der Walachei getroffen. An der Spitze einer türkischen Armee zog Radu der wiedererrichteten Burg Poenari entgegen. Vlad entkam nach Siebenbürgen und gelangte von dort zum ungarischen König Matthias Corvinus. Dieser ließ Vlad nun für zwölf Jahre in der Festung Visegrád inhaftieren, weil Vlad angeblich den Sultan in einem Brief um Vergebung und um eine Allianz gegen Ungarn gebeten habe. Es erscheint wahrscheinlich, dass es sich bei diesem Brief um eine Fälschung handelte. Möglicherweise wollte sich Matthias auf diese Weise seines lästigen Konkurrenten Vlad entledigen, der ihm die führende Rolle als Kämpfer gegen die Türken streitig zu machen drohte. Schon 1474 wurde Vlad wieder aus der Haft entlassen, mit einer Cousine von Matthias verheiratet - vermutlich nachdem Vlad zum Katholizismus konvertiert war. Vlad erhielt sogar ein militärisches Kommando und führte eine ungarische Armee zur Einnahme von bosnischen Ortschaften und Festungen. 8.000 Muslime sollen dabei gepfählt worden sein.Stefan cel Mare hatte die Schwäche des Nachbarstaats inzwischen zur Einnahme von Chilia und Akkerman genützt und sich in der Schlacht von Vaslui erfolgreich gegen die Türken verteidigt. Die beiden Cousins verbündeten sich und eroberten 1476 zusammen mit ungarischen Truppen binnen weniger Wochen die Walachei. Im November wurde Vlad III. erneut und zum letzten Mal als Fürst der Walachei ausgerufen. Kurz nach dem Abzug der ungarischen und moldauischen Truppen wurde Vlad im Dezember 1476 gestürzt und musste zusammen mit seiner 200 Mann starken moldauischen Leibgarde flüchten. Ende 1476 oder Anfang 1477 fiel er entweder in einem Gefecht oder wurde auf der Flucht ermordet. Sein Kopf soll, in Honig eingelegt, dem Sultan als Geschenk nach Konstantinopel gebracht und dort auf einer Stange aufgespießt zur Schau gestellt worden sein. Sein Leichnam soll im Kloster von Snagov beigesetzt und von dort später an einen unbekannten Ort gebracht worden sein.Vlads Bruder Radu war bereits 1475 verstorben. Nachfolger als Herrscher der Walachei wurde Basarab Laiota cel Batrân (deutsch Basarab Laiota der Ältere).

Ehen und Nachkommen

Vlad war in erster Ehe mit einer transsylvanischen Adeligen verheiratet, deren Name nicht überliefert ist. Dieser Ehe entstammte der Sohn Mihnea I. cel Rau (deutsch Mihnea der Böse, * um 1462; † 1510 und von 1508 bis 1509 Herrscher des Fürstentums Walachei.In zweiter Ehe war Vlad mit Ilona Szilágyi, einer Cousine des ungarischen Königs Matthias Corvinus, verheiratet. Dieser Ehe entstammten ein Sohn namens.Vlad und ein weiterer Sohn († um 1482), dessen Name nicht überliefert ist.

Etymologie des Namens

Der Name Draculea (respektive Dracula) leitet sich gemäß einer These, die erstmals 1804 im vierten Band von Johann Christian Engels Geschichte des Ung[a]rischen Reichs und seiner Nebenländer formuliert wurde und auch heute noch von den meisten Historikern akzeptiert wird, vom Beinamen Dracul ab, den sein Vater Vlad II. nach seiner Aufnahme in den Drachenorden erhalten haben soll. Der Drache findet sich auch in den Insignien des Ordens, die er mit sich brachte. Dracul setzt sich aus drac für „Drache“ (griech./lat. drako/draco, altslawisch drak ) und dem rumänischen Suffix ul zusammen. Durch Hinzufügen der Genitivendung -a wird daraus „Draculs Sohn“. Nachdem der Drache in der christlich-abendländischen Kultur jedoch stets das Böse symbolisiert, das überwunden werden soll, gilt es als höchst unwahrscheinlich, dass Vlad II. sich selbst diesen Namen gegeben hat. Auch eine positive Konnotation von dracul im Sinne von „Teufelskerl“, wie sie sich im Rumänischen durchaus nachweisen lässt, ist für das tief religiöse Spätmittelalter nicht anzunehmen.Eine weitere Deutungsmöglichkeit des Namens stützt sich auf die stimmhafte Schreibweise des slawisch-rumänischen Namens Dragul, der im heutigen Rumänien bereits vor der Gründung des Drachenordens nachweisbar ist. „Drag“ bedeutet in beiden Sprachen etwas, das lieb, kostbar oder edel ist. „Dragul meu“ beispielsweise ist aus dem Rumänischen mit „mein Liebling“ zu übersetzen, das kroatisch/serbisch/bosnische „dragulj“ bedeutet „Juwel“ oder „Edelstein“. Vlad Dragul hieße demnach „Vlad der Liebe/Edle“. Ein Beleg für diese Interpretation findet sich in einer ungarischen Quelle des Jahres 1549, in der der Name des „tapferen Fürsten Dragula“ als Diminutiv von „Drago“ gedeutet wurde und dafür die lateinische Übersetzung „Charulus“ (lat. carus = „lieb“) vorgeschlagen wurde. Auch Vlad III. hat in seinem letzten Lebensjahr Urkunden unter den Namen „Wladislaus Dragwlya“ und „Ladislaus Dragkulya“ unterzeichnet. Die Annahme, dass Vlad II. Dragul genannt wurde und dieser Name in Verbindung mit dem Emblem des Drachenordens volksetymologisch als „der Drache“ und in weiterer Folge auch als „der Teufel“ interpretiert wurde, ist somit sehr plausibel. Das stimmhafte g wäre demnach zum stimmlosen k mutiert und die einstmals wertfreie Variante des Namens quasi „verteufelt“ worden. Als Vlad III. in ungarischer Gefangenschaft war, scheint sein Ruf bereits so schlecht gewesen zu sein, das ohnehin nur mehr der bösen Variante seines Namens Beachtung geschenkt wurde. Dementsprechend berichtet auch der byzantinische Chronist Dukas, dass der walachische Woiwode böse und heimtückisch sei, entsprechend seinem Namen „Dragulios“. Im deutschen Sprachraum tauchte die böse Namensvariante von Anfang an auf, hier wurde Vlad III. bereits in einer vor 1472 in Konstanz entstandenen Chronik als „tüffels sun“, also als „Sohn des Teufels“, bezeichnet.

Legenden und Mythen

Neben geschichtlich relevanten Quellen bieten mündliche Überlieferungen und Flugschriften mit Erzählungen eine weitere wichtige Quelle über das Leben Vlads III. Rumänische, deutsche, und russische Legenden haben allesamt ihren Ursprung im 15. Jahrhundert und bieten zusätzliche Informationen über Vlad III. und seine Beziehung zu seinen Untertanen.Die mündlichen Überlieferungen wurden seit dem 15. Jahrhundert als Geschichten und Erzählungen von einer Generation zur nächsten weitergegeben. Durch das fortlaufende Weitererzählen haben diese Geschichten durch subjektive Interpretation und individuelles Hinzudichten eine Eigendynamik entwickelt. Die als Flugschriften erschienenen Erzählungen wurden kurz nach Vlads Tod zuerst in Deutschland, danach in Russland publiziert; teils zur breiten Unterhaltung, teils zum Erreichen politischer Ziele, und waren von lokalen und hauptsächlich politischen Vorurteilen geprägt. Die Flugschriften wurden über eine Zeitspanne von ca. dreißig Jahren herausgegeben.Viele der in den Flugschriften erschienen Geschichten lassen sich in den rumänischen mündlichen Überlieferungen wiederfinden. Trotz einer generell positiveren Darstellung seiner Person beschreibt auch die rumänische mündliche Überlieferung Vlad als außergewöhnlich grausam und als einen oft launenhaften Herrscher. Vlad Tepes galt unter dem rumänischen Landvolk als ein gerechter Prinz, der seine Untertanen vor ausländischen Aggressoren wie den Türken oder vor deutschen Kaufleuten verteidigte, und als ein Verfechter des einfachen Mannes gegen die Unterdrückung der Bojaren. Vlad soll Bojaren zum Festmahl eingeladen haben und ihnen reichlich Wein angeboten haben. In Trunkenheit soll er ihnen gezielt ihre Meinung über ihn sowie Informationen über die Machenschaften und die Korruption der bekannten Bojaren entlockt haben. Daraufhin sollen diejenigen, die sich selbst belasteten, und diejenigen, die belastet wurden, gepfählt worden sein. Vlad Draculea galt in seinem Land und gilt noch heute in Rumänien als gerechter Widersacher der Korruption.Der generelle Ablauf der Geschichten ist sehr ähnlich, obwohl die unterschiedlichen Versionen in spezifischen Details voneinander abweichen. So soll Vlad gemäß einiger Geschichten Abgesandte aus Florenz in Târgoviste empfangen haben, in anderen Erzählungen sollen es türkische Abgesandte gewesen sein. McNally und Florescu sprechen von verschiedenen Abgesandten zu unterschiedlichen Anlässen. Auch die Art und Weise ihrer Vergehen gegen den Prinzen sind von Version zu Version unterschiedlich. Allerdings stimmen alle Versionen in dem Punkt überein, dass Vlad wegen Ehrenkränkung und Beleidigung, real oder imaginär, die Kopfbedeckungen der Beschuldigten an deren Köpfe nageln ließ, wohl auch wegen deren Weigerungen, ihre Kopfbedeckungen im Beisein Vlads abzunehmen. Einige Erzählungen bewerten Vlads Handlungen als gerechtfertigt, andere bewerten sie als Verbrechen mit mutwilliger und sinnloser Grausamkeit

Gräueltaten

Die Schilderungen über Vlad waren in Westeuropa wesentlich düsterer als in Osteuropa und Rumänien. Viele der deutschen Geschichten über ihn müssen allerdings zum Teil als politisch, religiös und ökonomisch inspirierte Propaganda verstanden werden. Obwohl einige der Geschichten einen Bezug zur Realität haben, sind jedoch die meisten reine Fiktion oder stark übertrieben dargestellt.Im Westen wurde Vlad als Tyrann beschrieben, dem das Foltern und Töten seiner Feinde ein sadistisches Vergnügen bereitete. Er soll für den Tod von 40.000–100.000 Opfern verantwortlich sein.Zahlen wie diese beruhen auf Angaben diverser Quellen, in denen alle angeblichen Opfer akribisch addiert wurden. So berichtet beispielsweise die Konstanzer Chronik von genau 92.268 Opfern, die Vlad zu verantworten habe.Auch nach anderen Quellen müsse die Anzahl der Opfer mit mindestens 80.000 angegeben werden, wobei jene, die durch die Zerstörung und das Niederbrennen von ganzen Dörfern und Festungen umkamen, nicht mitgerechnet seien.Diese Zahlen müssen allerdings als übertrieben betrachtet werden. In einer Episode wird die Pfählung von 600 Kaufleuten in Kronstadt und die Konfiszierung ihrer Güter beschrieben, in einem anderen Dokument seines Rivalen Dan III. 1459 ist von 41 Pfählungen die Rede. Es ist unwahrscheinlich, dass Vlads Gegner die Zahl der Opfer nach unten korrigiert hat.Die deutschen Erzählungen über Gräueltaten Vlads berichten von Pfählungen, Folterung, Feuertod, Verstümmelungen, Ertränkungen, Enthäutungen, Röstungen und Kochen der Opfer. Andere sollen gezwungen worden sein, das Fleisch ihrer Freunde oder Angehörigen zu essen, oder ihre Kopfbedeckungen an den Kopf genagelt bekommen haben. Seine Opfer waren Männer und Frauen allen Alters (einschließlich Kinder und Säuglinge), Religionen und sozialer Schichten. Eine deutsche Erzählung berichtet: Er verursachte mehr Schmerz und Leid als sich selbst die bluthungrigsten Peiniger der Christenheit wie Herodes, Nero, Diocletian und alle anderen Heiden zusammen vorstellen konnten.Im Kontrast hierzu erwähnen die russischen und rumänischen Geschichten kaum oder keine sinnlose Gewalt oder Gräueltaten.Der serbische Janitschar Konstantin Mihajlovic aus Ostrovitza beschrieb in seinen Memoiren umfangreich, dass Vlad oftmals die Nasen gefangener türkischer Soldaten abschneiden ließ, die er dann an den ungarischen Hof sandte, um damit zu prahlen, wie viele Feinde er getötet hatte. Mihailovic erwähnte außerdem die Furcht der Türken vor nächtlichen walachischen Attacken. Er wies auch auf den berüchtigten Wald aus Pfählen hin, der vorgeblich die Straßen mit tausenden von gepfählten Türken gesäumt haben soll. Mihailovic war allerdings nicht Augenzeuge dieser Geschehnisse, da er sich im hinteren Teil der türkischen Armee befand; seine Ausführungen beruhten auf Berichten von Frontsoldaten.Die Pfählung war demnach Vlads bevorzugte Art der Folter und Hinrichtung. Dabei gab es verschiedene Methoden, je nachdem, ob ein schneller oder langsamer Tod des Opfers erreicht werden sollte. Eine dieser Methoden war, je ein Pferd an die Beine des Opfers zu spannen und einen angespitzten Pfahl schrittweise durch den Anus oder die Vagina in dessen Körper zu treiben, bis er wieder aus dem Körper hervortrat. Die wesentlich grausamere Methode war, das Ende des Pfahles nicht zu spitz zu halten, zu ölen und dann aufzustellen. Während die Opfer sich nun durch ihr eigenes Körpergewicht immer mehr aufspießten, wurde durch den nicht spitzen und geölten Pfahl gleichzeitig verhindert, dass sie zu schnell durch Schock oder die Verletzung lebenswichtiger Organe starben. Dieser Tod am Pfahl war langsam und qualvoll und sein Eintreten dauerte manchmal Stunden oder Tage. Nach anderen Berichten wurden die Opfer auch durch den Unterleib oder die Brust gepfählt, was einen relativ schnellen Tod zur Folge hatte. Kinder sollen manchmal gepfählt und dabei durch die Brust ihrer Mutter gedrückt worden sein. In anderen Fällen wurden die Opfer auf dem Kopf stehend gepfählt.Angeblich ließ Vlad häufig die Pfähle nach verschiedenen geometrischen Mustern anordnen. Das gängigste Muster soll demnach ein Ring aus konzentrischen Kreisen gewesen sein. Die Pfahlhöhe entsprach dem Rang des Opfers. Zur Abschreckung ließ man die Leichname oft für Monate an den Pfählen verwesen.Tausende von Widersachern sollen zeitgenössischen Berichten zufolge auch bei anderen Gelegenheiten gepfählt worden sein, so z. B. 10.000 Menschen in Hermannstadt (heute Sibiu) im Jahr 1460, und im August des vorherigen Jahres 30.000 Kaufleute und Offizielle der Stadt Kronstadt wegen subversiven Verhaltens gegenüber Vlad. Dieser Bericht ist in dem Kontext zu sehen, dass selbst große Städte des Heiligen Römischen Reiches zu Vlads Zeit selten mehr als 10.000 Einwohner hatten.

Pfählungen – Darstellung aus der Brodoc-Chronik. Vlad III.

Ein Holzstich aus dieser Zeit zeigt Vlad bei einem Festmahl in einem Wald von Pfählen mit grausiger Last, während daneben ein Henker andere Opfer zerteilt.Eine alte rumänische Geschichte beschreibt, dass Vlad einst eine goldene Schale auf dem Marktplatz von Târgoviste platziert hatte. Diese Schale durfte von jedem zum Stillen des Durstes benutzt werden, musste aber auf dem Marktplatz verbleiben. Am nächsten Tag soll er zurückgekehrt sein, um diese wieder aufzulesen. Niemand hatte es gewagt, die Schale zu berühren, die Furcht vor lebensbedrohender Bestrafung war zu groß.Vlad Tepes soll noch weitere Pfählungen und Folterungen an den vordringenden türkischen militärischen Verbänden verübt haben. Es wurde berichtet, dass die osmanische Armee beim Anblick von mehreren Tausend gepfählter und verwesender Leichname an den Ufern der Donau vor Schreck zurückwich. Weitere Berichte besagen, dass der für seine eigene psychologische Kriegführung bekannte Eroberer von Konstantinopel, Mehmed II., von dem Anblick 20.000 gepfählter Leiber außerhalb der walachischen Hauptstadt Târgoviste erschüttert war. Viele dieser Opfer waren türkische Gefangene, die im Vorfeld während der türkischen Invasion gefangen genommen worden waren. Die Verluste der Türken in dieser Auseinandersetzung sollen sich angeblich auf 40.000 belaufen haben. Der Sultan übergab die Befehlsgewalt für den Feldzug an seine Offiziere und kehrte selbst zurück nach Konstantinopel, obwohl seine Armee den walachischen Truppen zahlenmäßig 3:1 überlegen und besser ausgerüstet war.Vlad soll seinen ersten bedeutenden Akt von Grausamkeit kurz nachdem er zur Macht gekommen war verübt haben, getrieben von Rache und zur Festigung seiner Macht: Er lud demnach die adeligen Bojaren und deren Familien, die an dem Attentat auf seinen Vater und der Lebendigbegrabung seines älteren Bruders Mircea beteiligt gewesen waren, zur Feier des Osterfestes ein. Viele dieser Adeligen waren ebenso am Sturz zahlreicher anderer walachischer Prinzen beteiligt. Im Verlauf des Festmahles befragte er seine noblen Gäste, wie viele Prinzen sie während ihres Lebens im Amt gesehen und überlebt hätten. Alle hatten mindestens sieben Prinzen überlebt, einer sogar mindestens dreißig. Vlad ließ alle Adeligen festnehmen; die älteren wurden auf der Stelle mit ihren Familien gepfählt, die jüngeren und gesünderen wurden von Târgoviste Richtung Norden zur Burg Poienari in den Bergen oberhalb des Flusses Arges verschleppt. Dort wurden sie für Monate gezwungen, die Festung mit Materialien von einer anderen Burgruine nahebei wieder aufzubauen. Die Erzählung besagt, dass die Zwangsarbeiter schufteten, bis ihnen die Kleider vom Leibe fielen, um danach nackt weiter zu arbeiten. Nur wenige von ihnen sollen diese Qual überlebt haben. Während seiner Herrschaft musste Vlad zur Festigung seiner Macht einen beständigen Kampf gegen die alte Bojarenklasse in der Walachei führen.

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